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In der Stille vor Gott — wie wir auf den Herrn warten

Aufmerksamkeit, Demut, Zeit und Stille in der Lehre von Derek Prince

Wir können viel Zeit für christliche Aktivitäten aufwenden und zugleich zu wenig Zeit mit Gott verbringen. Wir können beten, unsere Anliegen vorbringen und anderen dienen — und dennoch Schwierigkeiten haben, vor dem Herrn innezuhalten und Ihm die Initiative zu überlassen.

Derek Prince betonte, dass zum christlichen Leben sowohl das Dienen als auch das Warten gehört. Jesus ist das Haupt der Gemeinde. Von Ihm sollen die Führung, die Entscheidungen und die Initiative ausgehen. Deshalb brauchen wir Zeiten, in denen wir unsere eigenen Aktivitäten zurückstellen, um zuzuhören und uns Seiner Führung unterzuordnen.

„Seid still und erkennt, dass ich Gott bin“

Die Worte „Be still, and know that I am God“ stammen aus Psalm 46. Der Psalm beschreibt Erschütterungen, Kriege und Völker in Aufruhr. Mitten in dieser Unruhe ertönt Gottes Ruf, innezuhalten.

Prince erklärte, dass Gläubige still werden können, weil Gott auch dann souverän bleibt, wenn um sie herum Chaos herrscht. Er regiert weiterhin und verwirklicht Seine Absichten. Wir können aufhören, uns von nervöser Unruhe treiben zu lassen, und unsere Aufmerksamkeit auf den Herrn richten.

Eine Seele, die auf Gott wartet

In Psalm 62 wies Prince auf die Seele hin, die in der Stille auf Gott wartet. Er machte darauf aufmerksam, dass der Psalmist auch zu seiner eigenen Seele spricht und sie zu diesem Warten auffordert. Er richtet sein Inneres bewusst auf den Herrn aus.

Prince betonte die Bedeutung des Wortes „allein“: Die Seele wartet auf Gott allein, denn von Ihm kommen Rettung, Hoffnung und Sicherheit.

Indem wir warten, erkennen wir an:

  • Gott als unsere Quelle — von Ihm erwarten wir, was wir brauchen.
  • Seine Souveränität — die Initiative und der Zeitpunkt des Handelns liegen bei Ihm.
  • Unsere Abhängigkeit von Ihm — wir unterstellen Ihm unseren Wunsch, unser Leben eigenständig zu lenken.

Prince verband diese Haltung damit, auf übereilte Handlungen unter dem Druck der Umstände zu verzichten. Wir bleiben Gott zugewandt, anstatt dem inneren Druck nachzugeben. Solches Warten fördert innere Festigkeit und ein immer tieferes Vertrauen auf den Herrn.

Wie beginnen wir, vor Gott zu warten?

Prince nannte vier Elemente: Aufmerksamkeit, Demut, Zeit und Stille.

Aufmerksamkeit bedeutet, Herz und Gedanken auf Gott zu richten. Prince stellte fest, dass Menschen sich daran gewöhnen, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun und ständig Geräusche im Hintergrund zu haben. Gott zuzuhören erfordert Konzentration.

Demut bedeutet die Bereitschaft, sich belehren zu lassen. Wir kommen, um zuzuhören, anstatt Gott unsere eigenen Antworten vorzugeben. Prince warnte davor, dass vorgefasste Vorstellungen darüber, was Gott sagen sollte, uns für Seine Worte taub machen können.

Zeit bedeutet die Bereitschaft zu warten. Gott spricht nicht immer sofort, wenn wir eine Antwort erhalten möchten.

Stille bedeutet, mit Ehrfurcht, Ruhe und einem auf Ihn ausgerichteten Herzen vor Ihm zu bleiben.

Zur Vorbereitung hob Prince besonders die Anbetung hervor. Er verwies auf Psalm 95,6–8: sich niederzubeugen, sich vor dem Schöpfer zu demütigen und das Herz für Seine Stimme zu öffnen. Er ermutigte dazu, sich Gott zu nähern und dabei Seine Größe, Majestät, Weisheit und Herrschaft anzuerkennen.

Dem Heiligen Geist die Initiative überlassen

Prince gab einen Bericht von Johannes Facius über ein Treffen christlicher Leiter in Australien wieder. Sie kamen für drei Wochen zusammen, um den Herrn zu suchen. Das Bild, das den Zweck des Treffens ausdrückte, war das Sitzen zu Jesu Füßen — wie Maria, die Ihm zuhörte.

Anfangs erwies es sich als sehr schwierig, in der Stille zu bleiben. Nach wenigen Minuten begann jemand mit einem Lied, einer Schriftlesung oder einer prophetischen Äußerung. Facius beschrieb, wie sie allmählich lernten zu warten und dem Heiligen Geist die Initiative zu überlassen.

Prince sprach auch über sein Leben mit Ruth. Sie nahmen sich einen Tag in der Woche Zeit, um auf Gott zu warten. Sie bereiteten weder ein Programm noch eine Gebetsliste vor. Manchmal begannen sie mit dem Lesen der Bibel. Am Ende des Tages blickten sie erstaunt darauf zurück, wie Gott sie geführt hatte — zu Dingen, die sie vorher nicht geplant hatten.

Gott das eigene Leben ordnen lassen

Prince erzählte, dass er und Ruth während einer längeren Auszeit auf Weisung für die Zukunft warteten. Währenddessen befasste sich Gott mit Dingen in ihrem Leben, die in Ordnung gebracht werden mussten.

Er erinnerte sich daran, dass ihm auch frühere Sünden ins Gedächtnis gerufen wurden, die er nicht bekannt hatte. Gemeinsam mit Ruth demütigte er sich vor Gott, und sie bekannten ihre Verfehlungen.

Das Warten vor dem Herrn verband er deshalb mit Aufrichtigkeit und der Bereitschaft, Ermahnung anzunehmen. Er verwies auf 1. Johannes 1,7–9: im Licht zu wandeln, Sünden zu bekennen und durch das Blut Jesu gereinigt zu werden. Die Zeit vor Gott wurde zu einer Zeit, in der aufgedeckt und beseitigt wurde, was die Gemeinschaft mit Ihm behinderte.

Ausharren, Frieden und neue Kraft

Prince wies auf drei Früchte des Wartens hin.

Reifung des Charakters. Anhand von Jakobus 1,2–4 erklärte er, dass die Bewährung des Glaubens Ausharren hervorbringt. Eine besondere Prüfung entsteht dann, wenn wir weiter vertrauen müssen, obwohl wir die Antwort nicht beschleunigen können.

Innere Ruhe. Unter Bezugnahme auf Psalm 37,7–9 verband er geduldiges Warten mit dem Ablegen von Gereiztheit, Zorn und Unruhe. Wir lernen, im Herrn zu ruhen.

Erneuerung der Kraft. In Jesaja 40,28–31 hob er den Unterschied zwischen den schwindenden menschlichen Kräften und Gottes unerschöpflicher Kraft hervor. Wer auf den Herrn wartet, erhält neue Kraft. Prince beschrieb dies als das Hingeben der eigenen Schwachheit und das Empfangen der Kraft, die von Gott kommt.

Rückkehr zur ersten Liebe

In dem von Prince wiedergegebenen Bericht von Facius führte das Warten dazu, Jesus erneut in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen. Die Teilnehmer erkannten, wie weit sie sich von ihrer ersten Liebe entfernt hatten, obwohl sie im Dienst standen.

Während sie vor dem Herrn blieben, wuchsen Liebe, Freude und Anbetung. Sie gaben sich Jesus immer mehr hin und sehnten sich danach, bei Ihm zu sein. Facius beschrieb den Wandel ihrer Wünsche: Das Streben, wirksam zu dienen, wich einer wachsenden Sehnsucht nach Nähe zu Christus.

Quellen

[1] Derek Prince, Taking Time to Wait on God
https://www.derekprince.com/sermons/405

[2] Derek Prince, Be Still, and Know
https://www.derekprince.com/word/c-w044

[3] Derek Prince, What Does It Mean?
https://www.derekprince.com/radio/766

[4] Derek Prince, Four Requirements
https://www.derekprince.com/radio/337

[5] Derek Prince, Steps for Waiting
https://www.derekprince.com/radio/695

[6] Derek Prince, Waiting on God
https://www.derekprince.com/radio/694

[7] Derek Prince, What Does It Do in Us?
https://www.derekprince.com/radio/767