Narzissmus — narzisstische Hexerei — Jennifer LeClaire
Wie Schmeichelei, Angst und geistliche Autorität eingesetzt werden, um Menschen zu kontrollieren.
Jennifer LeClaire verwendet den Begriff „narzisstische Hexerei“ für ein geistliches Wirken, bei dem Selbstbezogenheit mit Manipulation, Einschüchterung und der Unterwerfung anderer einhergeht. Nach ihrer Lehre kann ein Mensch zum Werkzeug dieses Einflusses werden, auch wenn er dessen geistlichen Ursprung selbst nicht erkennt. Das Streben nach Macht über einen anderen Menschen entspringt dabei den eigenen Wünschen, Verletzungen und Ambitionen. Schließlich dient die ganze Beziehung diesen Zielen.
Am Anfang kann es wie Fürsorge aussehen. Jemand zeigt Interesse, gibt Ratschläge, schmeichelt und gibt sogar Worte weiter, die als Prophetie dargestellt werden. So gewinnt diese Person Vertrauen und erhält Einblick in die persönlichen Angelegenheiten des anderen. Später werden Schuldgefühle und Einschüchterung eingesetzt, um den Einfluss aufrechtzuerhalten. Was zunächst wie Hilfe aussah, wird zu einem Mittel, das Leben eines anderen zu bestimmen.
In einer solchen Beziehung wird es immer schwieriger, dem eigenen Urteilsvermögen zu vertrauen. Man spürt, dass etwas nicht stimmt, kann es aber nicht benennen. Man beginnt, an den eigenen Wahrnehmungen zu zweifeln, und ist sich nicht mehr sicher, ob man die eigene Situation richtig versteht. LeClaire beschreibt diese Verwirrung als eines der Mittel, mit denen Kontrolle aufrechterhalten wird: Je geschwächter ein Mensch ist, desto schwerer erkennt er den Einfluss, unter den er geraten ist.
Im christlichen Umfeld kann Kontrolle in geistlicher Sprache ausgeübt werden. Bibelstellen werden benutzt, um Druck auszuüben, Angst erzwingt Gehorsam, und geistliche Gaben dienen dazu, eine Machtposition zu sichern. LeClaire weist darauf hin, dass religiöse Sprache, Autorität und sogar echte geistliche Begabung es erschweren können, ein solches Verhalten zu erkennen. Als weitere Warnzeichen nennt sie, sich der Verantwortung zu entziehen und Menschen danach zu behandeln, was sie zu bieten haben.
Die kontrollierende Person versucht auch, den anderen von Menschen fernzuhalten, die ihm helfen könnten, die Situation klarer zu sehen. Gesunde Freundschaften, guter Rat und Menschen, die bereit sind, ihren Einfluss infrage zu stellen, werden für sie zur Bedrohung. Nach Begegnungen bleiben Anspannung, ein Gefühl der Schwere und erneute Zweifel am eigenen Urteil zurück.
Hier stellt LeClaire eine Verbindung zu Isebel her: Durch Einschüchterung sollen diejenigen zum Schweigen gebracht werden, die falsches Handeln erkennen und aufdecken. Sie verweist auf Elia, der vor Isebels Drohungen floh. Nach ihrem Verständnis zielt solcher Druck auch darauf ab, einen Menschen daran zu hindern, seiner Berufung zu folgen — ihm also den Mut zu nehmen, zu sprechen und zu handeln.
Der Weg heraus beginnt damit, zu erkennen, was geschieht. LeClaire verbindet Befreiung mit Buße, dem Lossagen von falschen Bindungen und dem vom Heiligen Geist geleiteten Gebet. Die Bitte um sein Licht soll helfen, Manipulation zu erkennen, wieder Klarheit zu gewinnen und weiterer Kontrolle den Zugang zu verschließen.
Im Gebet widersetzt sich der Mensch im Namen Jesu der Manipulation, der Einschüchterung und den Anschuldigungen. Er sagt sich von den Lügen los, die er unter dem Einfluss der kontrollierenden Person angenommen hat, und bittet darum, dass die Bindungen gelöst werden, die ihn gefangen halten. LeClaire verbindet diese Kontrolle auch mit dem Wirken des Geistes Isebels, der versucht, Menschen durch Angst und geistlichen Druck zu unterwerfen.
Das Gebet umfasst auch die Heilung dessen, was verletzt wurde: der Gedanken, der Gefühle, der Beziehungen und des Selbstwertgefühls. Der Mensch soll seine Identität wieder auf Christus gründen. Vergebung und das Übergeben des erlittenen Unrechts an Gott nehmen dabei einen wichtigen Platz ein, damit Bitterkeit und Groll das Herz nicht länger bestimmen.
Den weiteren Weg beschreibt sie ganz praktisch: Gebet, Fasten, Nachsinnen über Gottes Wort und die Unterstützung durch Glaubensgeschwister, die mitbeten und helfen können. Der Isolation setzt sie Gemeinschaft entgegen. Der Angst begegnet sie mit der Wahrheit darüber, wer der Mensch in Christus ist. Sie ermutigt auch dazu, zu vergeben und die Person, die Leid zugefügt hat, Gott anzuvertrauen, damit das Herz von Bitterkeit frei wird.
In dieser Lehre umfasst Freiheit sowohl das Brechen geistlicher Kontrolle als auch das Wiedergewinnen der Kraft, mit Gott weiterzuleben. LeClaire betont, dass dieser Weg nicht immer mit einem einzigen Gebet abgeschlossen ist. Seine Grundlage bleiben der Sieg Jesu, seine Wahrheit und seine Führung hin zu Frieden und Wiederherstellung.