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Seine Gnade genügt

A.B. Simpson

„Wir sind nicht aus uns selbst fähig, irgendetwas zu denken, als käme es von uns selbst“ — 2. Korinther 3,5.

„Unzulänglich“ und „allgenügend“ — diese beiden Begriffe ergänzen einander und geben zusammen den Schlüssel zu einem wirksamen christlichen Leben. Die Entdeckung und feste Überzeugung unserer völligen Hilflosigkeit ist die beständige Voraussetzung für geistliche Versorgung. Deshalb zeigt das Alte Testament immer wieder das Versagen des Menschen, während das Neue offenbart, dass Christus genügt. Er hat alles für uns. Doch wir können es erst empfangen, wenn wir erkennen, dass wir selbst nichts haben.

Das Wesen christlicher Vollkommenheit besteht deshalb darin, unserer eigenen Vollkommenheit fortwährend zu entsagen und immer neu die Gerechtigkeit Christi anzunehmen. Wenn wir unsere Nichtigkeit und unser Böses tiefer erkennen, ist das eine Aufforderung, mehr von Seiner reichen Gnade zu ergreifen.

Man kann allerdings die eigene Unzulänglichkeit genau kennen und doch Sein „alles“ nicht fest ergreifen. Auch das müssen wir tun: mit einem Glauben, der sich mit weniger als ALLEM nicht zufriedengibt. Der Prophet wurde zornig, weil der König von Israel nur dreimal auf den Boden geschlagen hatte. Er hätte es fünf- oder sechsmal tun sollen. Er hätte alles haben können. Antworten wir so auf Seine Größe und Gnade.