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Frei vom Kreisen um sich selbst

A.B. Simpson

„Ich kenne einen Menschen in Christus“ — 2. Korinther 12,2.

Sich selbst zu vergessen ist eine große Befreiung. Es gibt keinen schwereren Mühlstein, den wir tragen müssen, als die ständige Beschäftigung mit uns selbst. So leicht ziehen wir uns nach innen zurück und lassen unser geistliches Bewusstsein nur noch um uns selbst kreisen.

Nichts fesselt unsere Aufmerksamkeit so leicht wie das eigene Elend. Nichts lenkt unseren Blick so schnell auf uns selbst wie das Leiden. Bald wird es beinahe zur festen Gewohnheit, an unserer Last festzuhalten und sie Gott unaufhörlich im Gebet vorzuhalten. Schließlich taucht uns sogar unser Gebet immer tiefer in unser eigenes Elend ein.

Bitten wir stattdessen um Kraft, uns selbst ganz loszulassen, uns Seinen liebenden Händen zu überlassen und zu wissen, dass wir frei sind. Dann können wir uns in die gesegnete Freiheit Seiner höheren Gedanken und Seines Willens erheben, in Seine Liebe und Fürsorge für andere.

Schon das Loslassen unserer ständigen Beschäftigung mit uns selbst hebt uns wirklich empor und befreit uns von dem, was uns schmerzt. Die Gewohnheit, für andere und besonders für die Welt zu beten, trägt ihren Lohn in sich. Sie hinterlässt in unseren Herzen einen Segen wie den fruchtbaren Schlamm, den der Nil auf dem Boden Ägyptens ablagert, während er seinem fernen Ziel entgegenfließt.