Ein Grad mehr
A.B. Simpson
„Erkennt, was der gute, wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist“ — Römer 12,2.
Das Wasser im Kessel einer Dampfmaschine kann sich in drei Zuständen befinden. Erstens kann der Kessel voll und das Wasser sauber und klar sein. Zweitens kann der Kessel voll und das Wasser heiß sein — so heiß, dass man sich daran verbrühen könnte, beinahe kochend. Drittens kann es nur ein Grad heißer sein und bereits kochen. Dann steigen Dampfwolken auf. Der Dampf drängt durch die Ventile und treibt den mächtigen Kolben an, der die Räder dreht und den Zug durchs Land bewegt.
So gibt es auch drei Arten von Christen. Die ersten könnten wir Kaltwasserchristen nennen, oder vielleicht besser: Klarwasserchristen.
Die zweite Gruppe sind Heißwasserchristen. Sie stehen beinahe am Siedepunkt.
Ein Grad mehr führt uns zur dritten Gruppe: zu den Christen, bei denen das Wasser kocht. Der Unterschied ist sehr gering. Es braucht nur den Verzicht auf einen Vorbehalt, das Loslassen eines einzigen „Wenn“, das Beseitigen selbst einer kleinen Spur von Widerstand — und doch verändert es alles. Dieses eine Grad macht die Maschine zu einer treibenden Kraft. Sie ist nicht mehr etwas, das man nur anschaut, sondern etwas, das vorankommt.