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Was die Liebe nicht tut

A.B. Simpson

„Die Liebe verhält sich nicht ungehörig“ — 1. Korinther 13,5.

In der Kleidung einer Hindu-Frau wird ihr anmutiges Gewand von einem einzigen Knoten gehalten. Ein langer Stoffstreifen wird so um den Körper gewickelt, dass er in schönen Falten fällt wie ein genähtes Kleidungsstück. Das Ende wird mit einem kleinen Knoten befestigt, und das ganze Gewand hängt an dieser einen Verbindung. Würde sie sich lösen, fiele das Gewand herab.

So lassen sich im geistlichen Leben unsere durch Gnade geprägten Gewohnheiten mit Kleidern vergleichen. Auch das Gewand der Liebe, das ein Kind Gottes so schön schmückt, wird von kleinen Verbindungen zusammengehalten: von den Worten „nicht“. Im Englischen klingen die Wörter für „Knoten“ und „nicht“ gleich.

Wenn du das dreizehnte Kapitel des ersten Korintherbriefes aufmerksam liest, wirst du bemerken, dass die meisten Eigenschaften der Liebe dadurch beschrieben werden, was sie nicht tut. „Die Liebe beneidet nicht, prahlt nicht, ist nicht aufgeblasen, verhält sich nicht grob, sucht nicht das Ihre, lässt sich nicht reizen und ersinnt nichts Böses.“

Diese „nicht“ genügen, um unser geistliches Gewand an seinem Platz zu halten. Sie erklären auch, warum so viele scheitern und nackt oder in zerrissenen Kleidern umhergehen, sodass andere ihre Schande sehen. Achten wir auf diese kleinen „nicht“.