Ablehnung
Die Wunde, unerwünscht und ungeliebt zu sein
Beschreibung
Derek Prince beschreibt Ablehnung als eine der tiefsten Verletzungen des menschlichen Geistes. Ein Mensch beginnt mit dem Gefühl zu leben, unerwünscht, ungeliebt oder minderwertig zu sein oder keinen Ort zu haben, an den er wirklich gehört. Prince gebraucht das Bild eines Menschen, der ständig „draußen“ steht und anderen zusieht, wie sie Nähe, Liebe und Zugehörigkeit erleben, während er selbst sich ausgeschlossen fühlt.
Frank und Ida Mae Hammond weisen darauf hin, dass Ablehnung häufig von der Angst vor weiterer Ablehnung und von Selbstablehnung begleitet wird. Ein von anderen verletzter Mensch beginnt zu erwarten, dass sich das Gleiche wiederholt, und stößt deshalb möglicherweise andere weg, bevor sie ihn erneut verletzen können. Mit der Zeit kann das, was von außen kam, gegen die eigene Person gerichtet werden: „Wenn sie mich nicht wollen, muss mit mir etwas nicht stimmen.“
Prince beschreibt zwei häufige Richtungen, in denen eine solche Verletzung weiterwirken kann. Die eine führt über Einsamkeit, Leiden und Selbstmitleid zu Depression, Verzweiflung und sogar zum Wunsch zu sterben. Die andere kann über Groll, Härte und Hass zu Rebellion und dazu führen, andere abzulehnen.
Ablehnung kann sehr früh beginnen. Prince richtet besondere Aufmerksamkeit auf fehlende Liebe und Annahme durch die Eltern. Ein Kind kann materiell gut versorgt sein und dennoch ohne das Empfinden aufwachsen, gewollt und geliebt zu sein. In seiner Lehre kann Ablehnung sogar schon in der vorgeburtlichen Zeit auftreten, wenn das Kind unerwünscht war oder die Schwangerschaft auf starken Widerstand stieß. In diesem Zusammenhang spricht Prince auch von einem Geist der Ablehnung.
John Eckhardt beschreibt Ablehnung sowohl als Verletzung als auch als geistlichen Einfluss, der zu Angst, Rückzug, Minderwertigkeitsgefühlen, Scham, Selbstgenügsamkeit, Perfektionismus und einem ständigen Streben nach Anerkennung führen kann. Der Mensch versucht dann, durch Leistung und die Annahme anderer das zu gewinnen, was er tief in sich nicht als Geschenk annehmen kann.
Henry W. Wright betrachtet Ablehnung ebenfalls als einen starken Angriff auf die Identität eines Menschen. In der Lehre von Be in Health versucht ein Geist der Ablehnung, den Menschen davon zu überzeugen, dass sein Wert davon abhängt, ob andere Menschen ihn annehmen. Wright bezeichnet ein solches Denken als eine Form des Unglaubens, weil der Mensch der Ablehnung durch Menschen mehr glaubt als dem, was Gott über seinen Wert und seine Annahme sagt.
Besonders wichtig ist bei Wright der Übergang von Ablehnung zu Selbstablehnung. Ein Mensch kann zunächst Lieblosigkeit, Ablehnung oder Misshandlung durch andere erleben und dies anschließend gegen sich selbst übernehmen: „Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden“, „mit mir stimmt etwas nicht“, „ich verdiene keine Annahme“. Wright verbindet ein solches Denken mit dem Wirken eines unloving spirit — eines der Liebe entgegenstehenden Geistes, der das Selbstbild verzerrt und das Empfangen und Geben von Liebe erschwert.
Darum kehrt Ablehnung auch in vielen Materialien Wrights über mögliche geistliche Wurzeln von Krankheiten wieder. Häufig führt sie weiter zu Selbstablehnung, Selbsthass, Bitterkeit gegen sich selbst und Schuldgefühlen. In der Lehre von Be in Health erscheinen diese Elemente unter anderem bei möglichen geistlichen Wurzeln von Autoimmunerkrankungen.
Ein Beispiel ist das Profil zu Typ-1-Diabetes. Be in Health beschreibt Wrights Beobachtung, dass in Fällen, mit denen er arbeitete, häufig Ablehnung oder Verletzung durch den Vater vorhanden war. Der Mensch begann danach, den eigenen Wert und die Möglichkeit, geliebt zu werden, infrage zu stellen, was in Selbstablehnung übergehen konnte.
Bei Prince, den Hammonds, Eckhardt und Wright kehrt dasselbe grundlegende Problem wieder: Die Erfahrung „jemand hat mich nicht angenommen“ beginnt zum Menschen zu sprechen, als wäre sie die Wahrheit über ihn selbst — „ich bin es nicht wert, angenommen zu werden“.
Prince führt die Antwort auf Ablehnung zum Kreuz Christi. Er lehrt, dass Jesus selbst Ablehnung erfuhr, damit der Mensch die Annahme des Vaters empfangen kann. Der Weg in die Freiheit umfasst Vergebung gegenüber denen, die verletzt haben, das Ablegen von Groll und Rebellion und die Annahme der Wahrheit, dass der Mensch in Christus von Gott gewollt und angenommen ist.
Wright führt aus der Perspektive der Identität in dieselbe Richtung. Der Wert eines Menschen soll nicht darauf gegründet sein, ob ein anderer Mensch ihn annimmt, sondern darauf, wer er vor Gott ist. Das bedeutet, die gegen sich selbst angenommenen Lügen zurückzuweisen und Gottes Liebe anzunehmen, statt der Selbstablehnung zuzustimmen.
Auch Eckhardt verbindet Freiheit von Ablehnung und Selbstablehnung mit der Annahme des Werkes Christi und der Annahme durch Gott. Wird ein Geist der Ablehnung oder ein damit verbundener Einfluss erkannt, kann man der Zustimmung zu ihm absagen und ihm im Namen Jesu Christi gebieten zu gehen.
Der Kern dieses Weges ist der Übergang von:
„Ich bin abgelehnt, unerwünscht und nicht liebenswert“
zur Wahrheit:
„Mein Wert und meine Zugehörigkeit werden nicht durch die Ablehnung von Menschen bestimmt; in Christus bin ich vom Vater angenommen.“
„Wenn auch mein Vater und meine Mutter mich verlassen, so nimmt der HERR mich auf.“
Psalm 27,10
Quellen
Derek Prince — „God’s Remedy for Rejection“; „From Rejection to Acceptance“; „A Wounded Spirit, Who Can Bear?“
Frank und Ida Mae Hammond — „Pigs in the Parlor“ — Ablehnung, Angst vor Ablehnung und Selbstablehnung.
John Eckhardt — „Destroying the Spirit of Rejection: Receive Love and Acceptance and Find Healing“.
Henry W. Wright / Be in Health — „Rejection“; „Unloving“; „A More Excellent Way“; Materialien über Ablehnung, Selbstablehnung und mögliche geistliche Wurzeln von Krankheiten.
Bibel: Psalm 27,10; Sprüche 18,14; Jesaja 53,3; Epheser 1,5–6.